Gegenwehr lohnt sich – Deutsche Bahn nimmt nach Protesten Zensur zurück!

Freiburg, den 06.09.2007
Sonnabend 15. September 2007
par  cilalp_france
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Nichts geht über den Rechtsstaat – aber es ist bezeichnend, daß von ihm überhaupt nur noch etwas wahrzunehmen ist, wenn die Öffentlichkeit beharrlich und vernehmlich auf ihren Rechten besteht. Ein Beispiel aus dem Lehrbuch – für Demokraten und solche, die es werden wollen: Im Juli 2007 stellte der AHRIMAN-Verlag Freiburg an die Deutsche Bahn den Antrag, mit 135 Plakaten für 1690,49 EUR für eine Veranstaltung über das jüngste Buch des weltbekannten Bibelforschers Hyam Maccoby an ausgewählten Bahnhöfen zu werben; Thema der Veranstaltung war der gleichlautende Buchtitel des Gelehrten: "Der Mythenschmied – Paulus und die Erfindung des Christentums". Am 24. Juli traf die Ablehnung der Deutschen Bahn mit der hanebüchenen "Begründung" ein, dies Plakatmotiv richte sich "gegen die Werte der katholischen Kirche"; im übrigen sei die Deutsche Bahn – der Zynismus kennt wirklich keine Grenzen – "der politischen und weltanschaulichen Neutralität verpflichtet", harhar.

Ein klarer Fall: Hier sollte im Dunkeln gemeuchelt werden, ohne Wissen der Öffentlichkeit ein elementares Verfassungsrecht gebrochen werden (noch ist die Privatisierung der DB nicht abgeschlossen, sondern ihr Hauptaktionär der Bund). Muß man es immer wieder zitieren? Nun denn: "Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. (...) Eine Zensur findet nicht statt." (Art. 5.1 GG).

Doch die Dunkelmänner bzw. -frauen – das ist nun wirklich egal – hatten ihre finstere Rechnung ohne den Wirt – eben die Öffentlichkeit – gemacht. Diese informierten wir nämlich umgehend durch Briefe sowie mittels Massenflugblätter über den ungeheuerlichen Zensurakt und die obskurantistisch-dreiste Bevormundung mit dem Resultat, daß etliche Protestbriefe bei der Deutschen Bahn eintrafen und die unverzügliche Rücknahme der Zensurmaßnahme forderten, unter anderem ein Schreiben von Efraim Zuroff, Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem, in denen die Empörung darüber zum Ausdruck gebracht wurde, daß bei der Deutschen Bahn offensichtlich eine Kontinuität in ihrer Vorgehensweise von 1933 bis zur Gegenwart besteht; selbst aus dem fernen Usbekistan traf ein Protestbrief bei der DB-Zentrale ein! Wie ist eine Haltung beschaffen, die dunkelmunkelnden Zensoren auf die Sprünge hilft? Solcherart, wie sie bspw. das Schreiben der Züricher Buchhandlung "Books & Bagels" ausstrahlt:

"Guten Tag Herr Schmidt,

mit grossem Erstaunen und Befremden haben wir von Ihrer Zensur und dem Boykott bezüglich der Plakatierung des Buches "Der Mythenschmied" erfahren. Als Begründung geben Sie an, dass sich das Buch gegen katholische Grundwerte richtet. Als jüdische Buchhandlung müssen wir uns fragen, inwieweit Boykott jüdischer Autoren in Deutschland historisch und politisch zu verstehen sind. Zudem dürfte es als Hohn verstanden werden, dass sie diesen Akt unter dem Deckmantel der Neutralität laufen lassen.

Der Autor Hyam Maccoby ist ein weltweit anerkannter Bibelforscher, dessen fundierte Ausführungen sich grosser Beliebtheit in akademischen Kreisen erfreuen. Sind Sie der Pressefreiheit (oder ist dies im heutigen Deutschland etwa zu einem leeren Wort geworden?) oder der katholischen Kirche verpflichtet?

Wir erwarten, dass sie diese Zensur, die einer Zeit, an die Sie wahrscheinlich nicht erinnert werden wollen, alle Ehre gereicht, unverzüglich zurücknehmen.

Mit freundlichen Grüssen

D. Rittri"

Öffentlichkeit ist wie Sauerstoff für das anaerobe Unrecht – die DB nahm mit Bescheid vom 05.09.2007 ihre Zensur zurück.

Der Protest hat sich gelohnt!

Aber Wachsamkeit ist weiterhin geboten, gerade im Land der seit Willy Brandt routiniert durchgeführten Verfassungsbrüche. Selten war ein Satz richtiger als der Anhang an die griechische Verfassung: "Diese Verfassung ist nur soviel wert wie die Wachsamkeit ihrer Bürger." Ansonsten gilt Matthäus 12,33: " Denn an der Frucht erkennt man den Baum."

Weitere Informationen sind erhältlich über KETZERBRIEFE – Flaschenpost für unangepaßte Gedanken Nr. 141, sowie über www.ahriman.com. http://www.ahriman.com/sonstiges/deutsche_bahn_zensur.htm


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